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Apr
17
Fr
2020
Bauhüttensonate 17.04.2020
Apr 17 um 19:00
Bauhüttensonate 17.04.2020 @ Logenhaus Welckerstraße | Hamburg | Hamburg | Deutschland

Vom Bauen und Denken

Den Begriff „Bauhütte“ hat Johann Wolfgang von Goethe 1816 geprägt.  Zuvor hatte man einfach nur „Hütte“ gesagt, englisch „Lodge“, französisch „Loge“. Das war der Versammlungsort für die unterschiedlichen Gewerke am Bau, die ein Miteinander und Füreinander im Sinne der gemeinsamen guten großen Sache zu denken und zu praktizieren suchten.

Das war oft mehrdeutig, so, wie es sich beispielsweise als Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum auch in der Symbolik der Freimaurer wiederfindet.

Walter Gropius hat 1919 den alten Begriff der „Bauhütte“ in die moderne Übersetzung „Bauhaus“ gebracht. Das „Bauhaus“ war nicht nur Schule des Bauens, sondern auch ein Denkmodell fürs Leben mit vielerlei symbolischen Entsprechungen rund ums Bauen. „Bauhaus“ galt als Synonym für ein neues Lebensgefühl.

Gropius: Dabei wird „jedes Gebilde zum Gleichnis eines Gedankens“.

So darf man etwa das Fundament des Baus auch als geistiges und soziales Symbol, als „Niveau“ deuten. Die „gleiche Ebene aller, auf der wir uns begegnen,“ signalisiert Toleranz. Ein Dach über dem Kopf kann sinnbildlich auch Schutz und Sicherheit ausdrücken. Ein Winkelmaß steht gleichnishaft für rechtes, das heißt: gerechtes, redliches Denken und Handeln.

Bausymbolik war aber immer auch  Synonym für größere Dimensionen, wie sie etwa der ehemalige Außenminister Walter Rathenau (1867-1922) anspricht: „Die Schicksalsstunde weht nicht über Schlachten und Konferenzen …, sondern über der Bauhütte, über ihren Meistern und Gesellen, dem Geheimnis ihres Grund- und Aufrisses und dem Geist ihrer Gemeinschaft.“

So sind viele symbolische und allegorische Entsprechungen zum Bauen und Denken Ausgangsüberlegungen zu einer musikalisch-zeichnerisch-rezitativen Collage, die sich an der alten Bauhüttensymbolik orientiert, aber zeitlos aktuell übersetzbar bleibt.

 

Die Komposition

Die Musik zur „Bauhütten-Sonate“ hat Thomas Bierling komponiert. Dabei hat er die unterschiedlichen und höchst gegensätzlichen Stile der Zeit aufgegriffen, von der damals aktuellen abstrakt-konstruierten Zwölftonmusik bis hin zum gerade aufkommenden lebensfrohen Jazz, in deren Spannungsfeld sich die Bauhaus-Gemeinschaft bewegte. Angereichert mit diversen Zitaten von Kinderliedern zum Thema Bauen bis hin zum berühmten Bauhaus-Erkennungspfiff zieht sich die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Raum und Zeit auch musikalisch durch das Werk.

 

Die vertonten Texte stammen von:

Joachim Ringelnatz
Christian Morgenstern
Oskar Schlemmer
Jo Gattières
Kölner Bauhütte

 

Die Rezitation

Zur Umsetzbarkeit der Symbole werden entsprechende Texte rezitiert (Gropius: „…die Auseinandersetzung zwischen den gestalterischen Möglichkeiten von Mensch und Raum“). Sie bilden die gedankliche Brücke zwischen der Musik, dem Gesang und der Symbolzeichnung.

 

Die Zeichnungen

Cornelius Rinne setzt die Bau-Symbolik künstlerisch-zeichnerisch parallel zu Musik und Text auf der Bühne um, korrespondiert und interagiert mit Pianist, Sängerin und Rezitator und unterstützt damit das oft Doppelsinnige der Baumaterialien und -Werkzeuge.

Weitere Informationen im Flyer

Lassen Sie es sich nicht entgehen und melden sich sich gleich hier an.

Diese Karten zur der einmaligen Veranstaltung sind nur auf 150 Stück limitiert.

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